Innenministerium

Gedenken an Novemberpogrom 1938

Innenminister Gerhard Karner gedachte gemeinsam mit Vertretern der Bundesregierung am 9. November 2022 dem NS-Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung in Österreich.

"Heute vor 84 Jahren fanden die Novemberpogrome statt – furchtbare Stunden, die vielen Menschen das Leben gekostet haben", sagte Innenminister Gerhard Karner anlässlich der Kranzniederlegung vor der Shoa-Namensmauer im Ostarrichipark in Wien. In Anwesenheit von Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer betonte Karner, dass dieser Tag nicht nur an die Opfer des NS-Terrors erinnere, "sondern vielmehr gilt es, an diesem Tag entschieden gegen jede Form von Radikalismus und Extremismus aufzutreten."

Der Dialog und der Respekt für den jeweils anderen stünden im Zentrum unserer Demokratie, sagte der Innenminister. "Es braucht aber auch das konsequente und entschiedene Auftreten gegen Extremismus und Radikalismus – egal ob politisch oder religiös motiviert."

Hintergrund

In der Nacht auf den 10. November 1938 wurden in Österreich jüdische Mitbürger ermordet, ihre Geschäfte geplündert, Wohnungen verwüstet und Synagogen angezündet. Heute oft immer noch mit dem verharmlosenden Nazi-Ausdruck "Reichskristallnacht" bezeichnet, markierten die Pogrome für viele Historiker den Beginn der Shoah, der gezielten Auslöschung der jüdischen Bevölkerung.

In Österreich wurden im Rahmen der Pogrome im November 1938 rund 30 Juden ermordet, 7.800 verhaftet und aus Wien rund 4.000 Jüdinnen und Juden ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Auch berichtet die Literatur von mehreren hunderten Selbstmorden alleine in Wien. Im gesamten "Deutschen Reich" wurden tausende Synagogen und Geschäfte niedergebrannt.

Mitglieder der Bundesregierung bei der Kranzniederlegung an der Shoa-Namensmauer
Foto: ©  BMI/Jürgen Makowecz

Artikel Nr: 20138 vom Mittwoch, 9. November 2022, 14:15 Uhr
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